Besondere diagnostische Möglichkeiten mit dem Mikroskop

Hier gibt das Operationsmikroskop die Antwort:

Ist die Wurzelfüllung dicht oder undicht?

Abb. S1-029
Röntgenbild einer Wurzelfüllung an
Zahn 15
Abb. S1-030
Dieselbe Wurzelfüllung an Zahn 15, 20-fache Vergrößerung: die undichte Wurzelfüllung ist Ursache der erneuten Infektion.
Notwendige Therapie: Erneuerung (Revision) der Wurzelfüllung

Sind alle Wurzelkanäle behandelt?

Abb. S1-031
Zwischen zwei gefüllten Kanälen (Grüne Pfeile) befindet sich eine unbehandelte, stegartige Verbindung (=Isthmus) (Orange Pfeile) und ein dritter, nicht erkannter Kanal (Blauer Pfeil) als Herd der Infektion.
Notwendige Therapie: Erneuerung (Revision) der Wurzelfüllung

Ist die Karies vollständig entfernt?

Abb. S1-018
Die zu entfernende Karies (Pfeile) ist mit Farbstoff markiert.
Abb. S1-019
Die Karies ist vollständig entfernt. Das Zahnmark ist nicht eröffnet. Auf eine Wurzelbehandlung kann verzichtet werden.

Notwendige Therapie: Aufbaufüllung und Krone ohne vorherige Wurzelbehandlung

Hat der Zahn einen verborgenen Riss?

Abb. S1-028
Frühdiagnose zu einem Zeitpunkt, wo das Röntgenbild noch keine Information gibt: Eine Längsfraktur (Pfeile) halbiert die Zahnwurzel.
Notwendige Therapie: Die Entfernung des Zahns ist unvermeidlich.

Ist die Krone gut oder erneuerungsbedürftig?

Blick in den Zugang in einer Krone für eine Wurzelbehandlung.

Abb. S1-024
Blick in den Zugang in einer Krone für eine Wurzelbehandlung. Karies (Pfeile) ist an der Grenze zwischen Zahnsubstanz und Aufbau rot markiert.
Notwendige Therapie: Erneuerung der Krone
Abb. S1-025
Blick in den Zugang in einer Krone für eine Wurzelbehandlung; beim Entfernen der Karies wurde die Innenwand der Krone freigelegt. Weitere Karies ist sichtbar (blaue Pfeile). Sie dehnt sich so weit Richtung Wurzel aus, dass durch einen Spalt bereits der außen liegende Kofferdam sichtbar ist (Orange Pfeile).
Notwendige Therapie: Erneuerung der Krone.

Gibt es noch einen weiteren Wurzelkanal?

Abb. S1-032
Unerklärliche Schmerzen an Zahn 27 seit Jahren; großer entzündlicher Knochendefekt (Pfeile). Drei Kanäle sind gefüllt.
Abb. S1-033
Unmittelbar neben der Wurzelfüllung befindet sich der Eingang zu einem weiteren vierten Kanal (Pfeil).
Die Infektion im unbehandelten Kanal ist Ursache der Schmerzen.
Notwendige Therapie: Erneuerung (Revision) der Wurzelfüllung
Abb. S1-034
Dieselbe Blickrichtung zur Kontrolle nach erneuter Aufbereitung. Die Wurzel enthält zwei Kanäle (Pfeile).
 

Gibt es eine versehentlich entstandene Perforation aus dem Wurzelkanal in den Zahnhalteapparat?

Abb. S1-039
Versehentliche Durchbohrung = Perforation (oranger Pfeil)
Weitere wichtige Befunde:
unentdeckter vierter Kanal (blauer Pfeil).
Grüner Pfeil: der vordere äußere (mesiobukkale) Kanal ist nur teilweise aufbereitet und nicht vollständig desinfiziert.
Notwendige Therapie: Abdichten der Perforation, Aufbereiten des vierten Kanals, vollständige Wurzelbehandlung

Wo genau ist unter überschießender Hartsubstanzbildung (Dentin) der Eingang zum Wurzelkanal zu suchen?

Abb. S1-040
Zahn 15, zwei blockierte Kanaleingänge sind lokalisierbar (Pfeile).

Ist eine alte Wurzelfüllung vollständig entfernt?

Abb. S1-041
Restliches Wurzelfüllmaterial am Kanalende ist eine Infektionsquelle. (Pfeil) Es muss schonend entfernt werden.
Abb. S1-042
Blick bis zur Wurzelspitze, die gesamte Kanalwand ist gereinigt und spiegelblank gespült. (Pfeil)

Ist eine benutzte Feile bruchgefährdet?

Abb. S1-035
Kontrolle während der Behandlung. Die Stahlfeile, Ø 0,06 mm ist geknickt und muss sofort entsorgt werden.
Abb. S1-036
Inspektion während der Behandlung: Hochelastische Nickel-Titan-Feile. Die durch Überlastung verdrehte Feilenspitze (Ø 0,15 mm) würde beim nächsten Einführen in den Kanal abbrechen. Die Feile muss sofort entsorgt werden.
Abb. S1-038
Inspektion während der Behandlung: Die geknickte Instrumentenspitze Ø 0,06 mm ist vollständig. Auch hier kommt die Entsorgung rechtzeitig vor dem Instrumentenbruch.
 

Wo genau befindet sich das Bruchstück eines abgebrochenen Instrumentes?

Abb. S1-043
Etwa 4mm langes Instrumentenbruchstück im mittleren Wurzeldrittel nahe der Biegung.
Abb. S1-044
Das freigelegte Bruchstück unmittelbar vor der Entfernung.
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