Unfälle

Nach einem Unfall gilt:

  • Ausgeschlagene Zähne und Zahnteile sollen sofort aufgehoben und in einer Zahnrettungsbox (siehe Downloads/Linkliste - „Zahnrettungsbox“ und „Sportschutz“) gelagert werden. Ersatzweise kann – nach Eignung sortiert – physiologische Kochsalzlösung, Speichel oder H-Milch verwandt werden.
  • Schnellstens sollte eine Endodontologin bzw. ein Endodontologe, ersatzweise eine Zahnärztin oder ein Zahnarzt aufgesucht werden und die Behandlung idealerweise innerhalb von 30 Minuten beginnen.
  • Bei Knochenbrüchen und mehrfachen Verletzungen am Kiefer kann besser eine Kieferchirurgin bzw. ein Kieferchirurg oder Oralchirurg/-in die Erstversorgung vornehmen und anschließend zum Zahnerhalt eine Endodontologin bzw. ein Endodontologe hinzugezogen werden.
  • Abgebrochene Zahnteile können eventuell wieder am Zahn angeklebt werden.
  • Einfache Frakturen des Zahnschmelzes und/oder des Zahnbeins sollten zum Schutz des Zahnmarkes unter Spanngummi mit einer adhäsiven Füllung bald endgültig versorgt werden. Als Notversorgung kommt eine einfache Abdeckung der Bruchfläche in Frage.

Fallbeispiel 1:

18-jähriger Patient, Sturz mit dem Fahrrad 20 Minuten zuvor. Befund: Zahnfraktur ohne weitere Schäden, keine Eröffnung des Zahnmarks. Sofortige Versorgung mit einer Füllung in Mehrschichttechnik unter Kofferdam. Keine Nachbeschwerden; der Zahn blieb vital.
Kontrolle neun Jahre nach dem Unfall: Die Füllung ist unverändert vorhanden. Der Zahn ist weiter vital und schmerzfrei.

Fallbeiispiel 2:

neunjähriger Patient, Sturz beim Spielen mit Aufprall der Zähne auf Parkettboden. Erscheinen zur Versorgung 16 Stunden nach dem Unfall.

Freiliegendes Zahnmark am rechten Zahn, oberflächlich infiziert.

An beiden mittleren Schneidezähnen keine Wurzelfraktur. Zahnkronenfrakturen und extreme Lockerung und Stellungsänderung des linken Zahnes. Verletzung des Knochens über der Wurzelspitze (Pfeil).
Röntgenkontrolle unmittelbar nach Kofferdam, Reinigung, Desinfektion, partieller Pulpotomie (= Entfernen nur des oberflächlichen infizierten Pulpengewebes und Schutz des verbliebenen Gewebes unter sterilen Bedingungen), komplexer Füllungstherapie, Reposition (Rückführung in die Ursprungs-Stellung) des verlagerten Zahnes und Schienung für 2 Wochen.
Unmittelbar vor Abnahme des Kofferdam
Kontrolle sechs Monate nach dem Unfall: Beide Zähne sind fest. Der Knochen ist regeneriert. Das Zahnmark reagiert normal auf Kälte.
oben
×