Die Prämolarisierung

Karies oder eine therapieresistente parodontale Infektion treten nicht selten in der Gabelung (Furkation) unterer großer Backenzähne auf. Aus beiden Gründen droht Zahnverlust, da

  • die Mundhygiene in der Gabelung nicht effektiv genug sein kann
  • eine Füllung oder Krone den Defekt nicht abdichten können.

Wenn beide Wurzeln des Zahnes erhaltungswürdig sind, kann der Zahn nach vorhergehender Wurzelbehandlung in zwei Hälften geteilt werden. So wird die Problemzone schonend beseitigt. Jede der Hälften wird danach mit einer Krone restauriert. Auch hierbei reicht die Langzeitprognose des Zahnes nahe an die Prognose eines gesunden Zahnes heran.

Fall 1

Abb. S4-001
Fortgeschrittene Karies und Parodontitis an den Zähnen 46 und 47 von innen gesehen. Die Entfernung der Zähne wurde andernorts empfohlen, um dort Implantate einzusetzen.
Abb. S4-002
Das Röntgenbild zeigt bei 47 eine unvollständige Wurzelfüllung, bei 46 Knochenabbau bis unter die Wurzelspitze der vorderen Wurzel.
Abb. S4-005
Drei Jahre später: Die schon verloren geglaubten Zähne sind uneingeschränkt funktionsfähig. Der Knochen ist ausgeheilt.
Abb. S4-006
Die Zähne 46 und 47 3 Jahre nach Abschluss der Sanierung aus derselben Blickrichtung wie in Abb. S4-001

Fall 2

Abb. S4-010
Zahn 36 im Jahr 2009 mit extrem ausgedehnter Karies und unzureichender Wurzelfüllung. Der Patient wünscht den Zahnerhalt.
Abb. S4-011
Noch vor Behandlungsbeginn war die Füllung am nächsten Tag spontan herausgefallen und gibt den Blick auf die Karies frei.
Abb. S4-012
Röntgenkontrolle nach Prämolarisierung, Herstellung von zwei Aufbauten und Revision der Wurzelfüllung.
Abb. S4-013
4 Monate später: gesundes Zahnfleisch umgibt beide Zahnhälften.
Abb. S4-014
Drei Jahre später: zwei verbundene Kronen erhalten den Zahn 36 voll belastbar in langfristig stabilen und gesunden Verhältnissen
Fünf Jahre nach Behandlung: Keine Veränderungen, die Patientin fühlt sich wohl mit ihrem Zahn
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