Nicht mehr dramatisch und selten nötig: Die Wurzelspitzenresektion

Ihre Vorteile mit Mikroskop

Die vielfältigen Möglichkeiten der Revision machen ca. 90% der konventionellen Wurzelspitzenresektionen überflüssig. Wenn bereits alle Möglichkeiten der Wurzelbehandlung ausgeschöpft sind und dennoch eine Entzündung an der Wurzelspitze weiter besteht, kann eine Wurzelspitzenresektion erforderlich werden.

Ursache können z.B. sein:

  • Abgebrochene Instrumente, die nicht entfernt werden können
  • Sehr dünne und bruchgefährdete Wurzelwände, die eine Entfernung eines Wurzelstiftes auch mit dem Mikroskop zu risikoreich machen
  • Seitenkanäle, Isthmen und andere anatomische Besonderheiten, die einer vollständigen Wurzelfüllung vom Kanaleingang her auch mit dem Mikroskop nicht zugänglich sind Aus dem Wurzelkanal in den Knochen gelangtes Fremdmaterial, das entfernt werden muss, wie z.B. überpresstes Wurzelfüllmaterial, abgebrochene Instrumente, aus Perforationen herausragende Wurzelstifte und dergleichen
  • Aus dem Wurzelkanal in den Knochen gelangtes Fremdmaterial,...

Eine schonende minimalinvasive mikroskopischen Wurzelspitzenresektion bietet folgende Vorteile:

  • Miniaturisierte Instrumente erlauben eine Zugangsöffnung von nur noch 3 mm (statt früher bis zu 10 mm).
  • Sichere intraoperative Diagnose - Längsfrakturen können sicher diagnostiziert bzw. ausgeschlossen werden.
  • Das Operationsmikroskop in Verbindung mit Miniatur-Spiegeln ermöglicht den Verzicht auf die schädliche Abschrägung.
  • Es werden nicht mehr als die unbedingt erforderlichen 3 mm der Wurzelspitze entfernt.
  • Anatomische Besonderheiten wie Ausläufer, Finnen, Zusatzkanäle werden erkannt und mit feinsten Ultraschallspitzen eine schonende und doch vollständige Präparation des Kanalumrisses zur Aufnahme einer bakteriendichten Wurzelkanalfüllung hergestellt.
  • Der gewebeverträgliche, bakteriendichte, dauerhafte und gut härtende Zement MTA ist nur mit dem Mikroskop fachgerecht zu verarbeiten. Die Heilungsraten mit MTA sind den früher verwandten Materialien GIZ, EBA, Super EBA und Amalgam deutlich überlegen.
  • Geringere Schwellung und postoperative Beschwerden.
  • Die Nähte werden nach 3 Tagen (statt früher nach 7 Tagen) entfernt.
  • Mit 94 % sehr gute Erfolgsrate.

Nachteile einer konventionellen Wurzelspitzenresektion ohne Mikroskop
Bei der konventionellen Methode können Längsfrakturen nicht ausgeschlossen werden. Die Feinstrukturen der Anatomie bleiben unerkannt. Im Vergleich zur mikrochirurgischen Methode wird der Zahn oft mehr gekürzt und noch dazu mit einem schrägen Abtrennen der Wurzel noch weiter geschwächt. Zugleich legt die Abschrägung Dentinkanälchen frei, die oberhalb der neuen Wurzelfüllung enden. Keime können über diese Kanälchen wie vor der Operation aus dem Wurzelkanal in die Umgebung gelangen und umgekehrt. Damit ist der Erfolg sehr in Frage gestellt. Die Erfolgsrate bei der konventionellen Methode liegt bei etwa 59%. Anders herum betrachtet hat die konventionelle Methode eine um fast 600% erhöhte Rate von Misserfolgen, nämlich 41 statt 6%.

Siehe Setzer FC1, Shah SB, Kohli MR, Karabucak B, Kim S. J Endod. Outcome of endodontic surgery: a meta-analysis of the literature--part 1: Comparison of traditional root-end surgery and endodontic microsurgery. 2010 Nov;36(11):1757-65. doi: 10.1016/j.joen.2010.08.007. Epub 2010 Sep 17.

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