Längsrisse und Längsfrakturen

Frakturen beginnen als haarfeine Risse in der Zahnsubstanz. Sowohl die Zahnkrone wie auch die Wurzel können betroffen sein. Frakturen kommen selten bei gesunden Zähnen, gelegentlich aber bei wurzelbehandelten Zähnen vor.

Risse können lange Zeit beschwerdefrei und scheinbar unverändert bestehen, während sie im Verborgenen wachsen. Unter Füllungen, Inlays und Kronen können Risse auch völlig verdeckt entstehen.

Erreichen Keime über einen Riss das Zahnmark, entstehen Schmerzen und es kann eine Wurzelbehandlung erforderlich werden.

Oft ist es möglich, durch eine rechtzeitig angefertigte Krone einen Zahn mit einem Riss im Frühstadium auf Dauer zu stabilisieren.

Manche Risse bestehen über Jahrzehnte unverändert. Andere verändern und erweitern sich sehr schnell. Nur mit rechtzeitigen korrekten Diagnosen werden einerseits unnötige Kronen vermieden und andererseits vermeidbare Zahnverluste durch Zerbrechen des betroffenen Zahnes verhindert.

Das Interesse der Patientinnen und Patienten muss es sein, möglichst jeden Riss richtig einzustufen. Die Mehrzahl der Diagnosen kommt für die Patientinnen und Patienten unerwartet.

Diagnostische Möglichkeiten

Die üblichen Untersuchungsmethoden für Risse sind:

  • Inspektion - ist mit Auge oder Lupenbrille nur eingeschränkt möglich. Ein ideales Einsatzgebiet des Operationsmikroskops (Siehe Operationsmikroskop Dr. Eggert)
  • Inspektion nach Anfärben - dringt Farbstoff ein, so ist die Diagnose gesichert.
  • Inspektion in seitlichem Licht - An einem Riss wird das Licht reflektiert, was eine sichere Diagnose ergibt.
  • fein schreitendes Sondieren des Zahnfleischsaumes mit der Parodontalsonde - Lokale tiefe Taschen sind ein Verdachtsmoment.
  • Kältetest - Ein negativer Test verstärkt den Verdacht auf Fraktur mit Beteiligung des Zahnmarkes. Nicht immer ist der Kältetest eindeutig.
  • Belastungstest - Oft (in etwa 80% der behandlungsbedürftigen Risse) tritt beim plötzlichen Entlasten der sogenannte "Loslass-Schmerz" auf.
  • Röntgenbild - Ein negativer Befund erlaubt nicht, einen Riss auszuschließen. Im Frühstadium sind nahezu 100% der Risse unsichtbar.

DVT kann mindestens 50% der Risse nicht sichtbar machen.
Schmerzen durch Risse sind wechselnd. Überlastungen durch Knirschen oder chronische Entzündungen machen teilweise sehr ähnliche Beschwerden wie verborgene Risse in der Zahnsubstanz.

Zugleich werden bei knirschenden Patientinnen und Patienten häufiger Risse und Absplitterungen am Zahnschmelz beobachtet.

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