Längsriss/ Längsfraktur und Operationsmikroskop

Bestehen unklare Beschwerden, so muss immer auch an einen verborgenen Riss gedacht werden. Haarfeine Risse im Frühstadium zu erkennen gibt der Patientin oder dem Patienten die besten Erhaltungschancen für seinen Zahn. Siehe Operationsmikroskop Dr. Eggert. Kann ein Riss ausgeschlossen werden, trägt dies sehr zur Sicherung der Diagnose bei. So können Beschwerden direkt der richtigen Behandlung zugeführt werden.

Das Operationsmikroskop bietet in der Diagnostik entscheidende Vorteile.

  • Schwer einsehbare Zahnbereiche erscheinen klar und deutlich im Bild - für die Patientin oder den Patienten nachvollziehbar über den HD-Monitor
  • Auch überkronte Zähne können eine Wurzellängsfraktur erleiden. Am besten klären lässt sich das verborgene Geschehen nach behutsamer Freilegung von außen. So können auch Wurzeloberflächen inspiziert werden.
  • Im Verlauf einer Wurzelbehandlung steht die mit dem Operationsmikroskop durchgeführte sorgfältige Inspektion der inneren Oberflächen in der Krone und an den Wurzelkanalwänden immer am Anfang, bevor die Kanäle aufbereitet werden. So stellen wir sicher, dass der Zahn die Mühe der Erhaltung tatsächlich wert ist.

Ist keine Wurzelbehandlung vorgesehen, so bietet sich bei unklaren Beschwerden an, die Zahnkrone und die Wurzeloberfläche mit dem Operationsmikroskop von außen zu inspizieren. Die Präzision und Sicherheit aller unter Längsfrakturen genannten Untersuchungsmethoden wird so auf insgesamt über 95% korrekte Diagnosen gesteigert.

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Fallbeispiel 1

Abb. S1-015
Die Patientin bemerkt seit einigen Wochen ein diffuses und wechselnd starkes Druckgefühl. Die Inspektion von außen bringt kein sicheres Ergebnis. Das Röntgenbild zeigt eine Entzündungszone über der Wurzelspitze (Pfeile) und lässt zunächst an einen Misserfolg der Wurzelbehandlung denken. Eine erneute Wurzelbehandlung oder eventuell eine Wurzelspitzen- resektion wären die möglichen Wege, den entscheidend wichtigen Brückenpfeiler zu erhalten.
Abb.S1-016
Operationsmikroskop mit 25-facher Vergrößerung: Nach Eröffnen der Krone und Entfernen der Wurzelfüllung erkennt man eine Wurzellängsfraktur im Frühstadium. Von außen gab es keinerlei Hinweise auf eine Wurzellängsfraktur. Die Patientin hatte den Wunsch, den Zahn zu erhalten. So fiel hier die Entscheidung, baldmöglichst die frakturierte Wurzel in einem mikrochirurgischen Eingriff zu entfernen und die Trennstelle unter dem Mikroskop abzudichten.Die Heilung verlief problemlos.
Abb. S1-017
Ein Jahr später: Der Zahn hat zwei Wurzeln behalten und ist voll belastbar. Die Brücke blieb erhalten. Beim Lachen ist die Trennstelle von außen nicht sichtbar. Die Patientin hat sich in der präzisen und schonenden Reinigung der Trennstelle von der Prophylaxehelferin unterrichten lassen. Sie betreibt eine intensive Kariesprophylaxe.
 

Fallbeispiel 2

Abb 9:Akute Schmerzen bestehen seit einem Tag. Starke Schwellung und Druckempfindlichkeit sowie das Austreten von Eiter (Pfeil) bei Druck auf die Öffnung (=Fistel) sind der Höhepunkt nach 5 Monaten unterschwelliger Schmerzen. Eine Längsfraktur ist von außen nicht sichtbar, wäre aber mit dem Röntgenbild und dem klinischen Bild vereinbar.
Abb. 10: Ein Stift aus Guttapercha markiert einen riesigen Knochendefekt, der den gesamten Knochen zwischen den Wurzel zerstört hat (Pfeile).
Abb.11 Der Kältetest war negativ. Daher wurde eine Wurzelbehandlung unter dem Vorbehalt begonnen, bei Auffinden einer Fraktur sofort die Behandlung abzubrechen und den Zahn zu entfernen. Weder vor Beginn der Aufbereitung noch nach Abschluss der Aufbereitung war im Mikroskop eine Fraktur der hinteren Wurzel erkennbar.
Abb. 12 Auch die vordere Wurzel war frei von Frakturen. (Pfeile)
Abb. 13 Die endgültige Wurzelfüllung erfolgte im selben Termin
Abb.14 Zwei Tage später versiegte der Eiterfluss. Nach sieben Tagen war die Fistel abgeheilt. (Pfeil)
Abb. 15. Nach sechs Monaten ist der Knochen vollständig regeneriert. (Vergleiche mit Abb. 10)
 

Fallbeispiel 3

Der überkronte Zahn 43 macht dem Patienten seit etwa sechs Monaten wiederkehrende Schmerzen, die er mit dem Zahnfleisch in Verbindung bringt. Mehrfach fanden bei verschiedenen Zahnärztinnen und Zahnärzten Zahnfleischbehandlungen mit Medikamenten, Taschenspülungen und Curettagen statt. Die Beschwerden kehrten stets zurück. Die klinische Untersuchung wie auch das Röntgenbild ergaben keine Klärung. Nach Beratung mit dem Patienten wurde entschieden, das Zahnfleisch behutsam etwas abzuheben, um die Wurzelwand mit dem Mikroskop inspizieren zu können.

Wenn eine Fraktur so ausgeschlossen wird, bleiben keine Folgeschäden und nur minimale Wundschmerzen für wenige Tage. In diesem Fall bestätigte sich leider eine Längsfraktur. Der Zahn wurde umgehend entfernt. Der Patient war danach schmerzfrei.

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