Fallbeispiel 1

Zahn 46 - ohne Kofferdam angefertigte vollkeramische Teilkrone - drei Jahre nach Fertigstellung. Am Rand schimmert Karies dunkel hervor (rote Pfeile). Der Geruch ist faulig. Die Krone muss entfernt und komplett erneuert werden.
Die Krone löste sich fast vollständig nach geringer Erschütterung durch Schleifkörper beim Heraustrennen. Der Klebeverbund war ungenügend, in weiten Teilen völlig fehlend. Braun erscheinen, riesige Karies erzeugende, Bakterienkolonien mitten unter der Krone (rote Pfeile).
Derselbe Zahn nach Entfernen der Krone Ausgedehnte tiefe Karies - großer Substanzverlust, Speichel und entzündetes Zahnfleisch in direkter Nachbarschaft.
Derselbe Zahn mit Kofferdam vorbereitet für den geklebten Aufbau.

Ohne Kofferdam (Legende zum linken Bild)
Karies in der Tiefe des Zahnzwischenraumes (roter Pfeil) hat hier - wie auch sonst immer - eine Zahnfleischentzündung mit ständiger Absonderung von Sekret ausgelöst. Ein Aufbau soll den Zahn abdichten und als Fundament einer Krone dienen. Das Zahnmark ist vital und beschwerdefrei.

Nach dem Ausbohren liegt der Defektrand unterhalb des Zahnfleischsaumes und wird von Sekret überspült.

Eine formgebende Matrize exakt anzulegen ist unmöglich. Füllmaterial würde überquellen, mehr Bakterien anlocken und das Zahnfleisch noch stärker entzünden.

Der unvermeidbare Feuchtigkeitsfilm auf der Zahnoberfläche in direkter Nachbarschaft verhindert, dass der aufgebrachte Kleber eine Verbindung mit der Zahnsubstanz schafft. Bakterien dringen unmittelbar ein. Die nächste Karies beginnt schon unten zu wachsen, bevor oben die Füllung fertig gestellt ist.
Das Sekret benetzt genau den Bereich,

  • der am schlechtesten kontrollierbar ist,
  • der am meisten auf Dichtigkeit angewiesen ist,
  • in dem die neue Karies am schwierigsten zu erkennen ist,
  • von dem aus die Infektion am leichtesten das Zahnmark erreicht,
  • in dem Dichtigkeit am wichtigsten ist.

Eine Empfindlichkeit auf kalt oder süß kann folgen, viele Zähne machen sich wenig oder gar nicht bemerkbar.

Schmerzen treten oft erst sehr viel später auf, wenn der Schaden bereits weit fortgeschritten ist.

Das Risiko, dass eine Wurzelbehandlung notwendig wird, ist stark erhöht.

Mit Kofferdam (Legende zum rechten Bild)
Das Gummi schützt das Zahnfleisch vor Verletzung
Kofferdam verdrängt vorübergehend sanft das Zahnfleisch soweit nach unten, sodass auch nach Entfernen der Karies der Defektrand perfekt abgeschirmt und trocken gehalten wird. Der Randbereich
ist der Kontrolle und Bearbeitung zugänglich und kann perfekt glatt und hygienefreundlich für die
tägliche Reinigung mit Zahnseide gestaltet werden.

Die neue, mit Kofferdam erstellte Restauration.

Fallbeispiel 2

Externe Resorption an Zahn 33
Der mikrochirurgisch freigelegte Defekt.
Dank Kofferdam sauberes und trockenes Arbeitsfeld für die Wurzelbehandlung trotz offener Wundfläche unmittelbar darunter. Der Nahtverschluss folgte am Behandlungsende, nachdem Wurzelbehandlung und Füllung abgeschlossen waren.
Drei Jahre später: Zahn 33 mit nahtlos dichter Füllung, beschwerdefrei

Fallbeispiel 3

Ohne Kofferdam angefertigte Arbeiten im Röntgenbild:

Zähne 24 bis 27 mit drei Jahre alten vollkeramischen Restaurationen. Alle Arbeiten sind undicht, ausgedehnte Karies (rote Pfeile) hat viel Zahnsubstanz zerstört. Ursache sind die feuchtigkeitsbedingten Spalten zwischen Restauration und Zahn.

 

Mit Kofferdam angefertigte Nachfolgerestaurationen: Alle Ränder sind glatt und dicht. Noch rechtzeitig konnten diese Zähne vital erhalten werden. Wurzelbehandlungen waren nicht erforderlich.

Fallbeispiel 4

Mit Kofferdam 12 Jahre zuvor eingesetzt: Teilkrone an Zahn 35.

Die Randübergänge (Pfeile) sind glatt wie am ersten Tag.
Das Zahnfleisch ist gesund, straff und blutungsfrei.
Zahnseide ist leicht einsetzbar.
Ein Ende der Lebensdauer dieser Arbeit ist nicht absehbar.

Fallbeispiel 5

Mit Kofferdam 15 Jahre zuvor eingesetzt: Teilkrone an Zahn 27.

Die Randübergänge (Pfeile) sind glatt wie am ersten Tag.
Das Zahnfleisch ist gesund, straff und blutungsfrei.
Zahnseide ist leicht einsetzbar.
Ein Ende der Lebensdauer dieser Arbeit ist nicht absehbar.

Fallbeispiel 6

Mit Kofferdam 32 Jahre zuvor eingesetzt: in Funktion und in der Randdichtigkeit wie neu.

Röntgenbild von 2019, Inlays, Teilkronen und Kronen mit Kofferdam eingesetzt im Jahr 1987. Das Implantat und die Krone 25 stammen aus dem Jahr 2001 und ist somit zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits seit 18 Jahren in Funktion.

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