Abdichtung von ungeplanten Kanälen (Perforations-Abdichtung)

Zuviel Druck auf einer endodontischen Feile kann auch bewirken, dass sich die Feilenspitze aus der Wurzel heraus in den Knochen bohrt. Schwieriger zu behandeln ist die Situation, wenn eine gebogene Wurzel an der Innenkurve schlitzförmig eröffnet wird.
Noch schneller kann ein rotierender Diamant, ein Rosenbohrer zur Kariesentfernung oder ein Bohrer zur Präparation eines Stiftaufbaus die dünne Wurzelwand durchbohren.
Der zur Abdichtung unter dem Operationsmikroskop verwandte gewebeverträgliche Zement ist Mineral Trioxid Aggregat (MTA). Er erhärtet innerhalb von etwa 15 Minuten und ist chemisch dem Portlandzement verwandt. Je schneller eine solche Perforation mit MTA abgedichtet wird, desto besser ist die langfristige Prognose des Zahnes. Falls Perforationen über Jahre unentdeckt bleiben, lösen sie chronische Entzündungen aus und vergrößern sich dadurch oft weiter. Zugleich wird Knochen abgebaut. Das erhöht den Behandlungsaufwand und verschlechtert die Prognose. Ein DVT (siehe „Diagnostik- DVT“) kann sinnvoll sein.

Eine gut gedeckte Perforation hat auf die Langzeitprognose eines Zahnes wenig Einfluss. Der Zahn kann nach der Perforationsdeckung wie ein normal wurzelgefüllter Zahn überkront werden.

Abb. S5-001
Zahn 17 mit Perforation in den Knochen am Boden der Pulpakammer, erkennbar am Austreten von Blut
Abb. S5-003
abgedichtete Perforation
Abb. S5-004
Zustand nach Wurzelfüllung
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