Aufsuchen verborgener Kanäle

Häufig kommt es vor, dass genau an den Kanaleingängen Zahnbein (Reizdentin) den Weg in die Wurzelkanäle teilweise und nicht selten vollständig ausfüllt. Dies kann auf einer Höhe von mehreren Millimetern der Fall sein.

Praktisch immer verbleiben mikroskopisch kleine Durchlässe, die von Bakterien durchwandert werden können. Damit entsteht eine Infektion und die Notwendigkeit einer Wurzelbehandlung.

Selbst unsere feinsten zahnärztlichen Instrumenten sind fast 100 mal dicker als ein Bakterium. Der Restkanal ist viel zu eng, um ihn mit dem Instrument ertasten zu können. Normales Zahnbein und Reizdentin sind optisch sehr ähnlich und noch dazu gleich hart.

Um in der Tiefe und Enge der Zugangsöffnung mit dem Bohrer einen Weg bahnen zu können erfordert es

  • ein gutes Operationsmikroskop
  • umfassende anatomische Kenntnisse
  • Spezialwerkzeug in Miniaturdimensionen
  • Ruhe und Geduld

So ist der weitere Verlauf des Kanals substanzschonend zu finden– die beste Voraussetzung für den Behandlungserfolg.

Eine wirkliche Herausforderung ist es, die unbekannte Anzahl der Kanäle im Zahn zu bestimmen und sie zu finden. In einem großen Backenzahn können es zwischen drei und acht Kanälen sein, meist sind es vier – jeder Zahn ist anders. Ein verborgener Kanal ist häufig der Grund für einen Behandlungsmisserfolg.

Hier ein Beispiel:

erster Blick in den Zahn
zweiter Blick mit 25-facher Vergrößerung. Der vierte Kanal ist nicht sichtbar.
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