Technische Möglichkeiten und Grenzen der Röntgendiagnostik

  • Konventionelle Röntgenbilder geben ein zweidimensionales Abbild. Das zweidimensionale Röntgenbild ist eine Projektion sämtlicher Strukturen im Strahlengang. Je mehr Knochen innen und außen den Zahn überdeckt, desto weniger erkennt man feine Unterschiede in der Dichte der Zahnstruktur und des Knochens in direkter Nachbarschaft des Zahnes, die für eine Diagnose entscheidend sind. Die Lage des Films in der Mundhöhle ist nur in einem sehr begrenzten Winkel variabel. Die Richtung des Strahlengangs bestimmt jedoch für sehr feine Strukturen darüber, ob sie dargestellt werden können. Aus der Kombination von zwei oder gar drei 2-D-Aufnahmen aus horizontal oder vertikal veränderten Aufnahmewinkeln ergibt sich oft wertvolle zusätzliche Information.
  • Die Detailauflösung ist bei 2-D-Röntgenbildern etwa um den Faktor sieben besser als bei DVT. Die Strahlenbelastung ist beim 2-D-Röntgen außerordentlich niedrig, niedriger als beim DVT.
  • 2-D-Röntgenbilder sind wesentlich weniger als DVT durch Artefakte beeinträchtigt. Z.B. eine Karies oder Undichtigkeit am Kronenrand bzw. Füllungsrand zeigt daher am besten ein 2-D- Röntgenbild.
  • Beim DVT hingegen erzeugt Metall, Keramik und sonstiges dichte Material (z.B. Amalgamfüllungen, Kronen, Inlays, Wurzelfüllungen und Wurzelstifte) in der Umgebung starke sternförmige helle Reflexionen, sogenannte Artefakte. Artefakte machen die Beurteilung des betreffenden Areals unmöglich. Wenn genau dieser metallnahe Bereich in 3-D beurteilt werden muss, kann die DVT besser nach Entfernung des Metalls angefertigt werden.
  • Feine Bruchlinien zeigt das 2-D-Röntgen in der Regel nicht bzw. nur dann, wenn - ein seltener Zufall - die Bruchebene mit der Ebene des Strahlengangs exakt übereinstimmt.
  • Entzündungsbezirke im Knochen zeigt 3-D-Röntgen zu fast 100%, während mindestens ein Drittel aller Entzündungsbezirke im 2-D-Röntgen nicht erkannt werden können, weil überlagernde Strukturen den Befund maskieren.
  • Der Knochen des Zahnfachs kann mit seinem Grad an Verlust bzw. an Erhalt des Fundaments im 2-D-Röntgen nur sehr unvollkommen mit großen Unsicherheiten geschätzt werden. 3-D-Röntgen erlaubt eine exakte lineare Vermessung in alle drei Ebenen des Raumes. Extreme Unterschiede in der Bewertung des knöchernen Fundamentes zwischen 2-D-Röntgen und 3-D-Röntgen sind an der Tagesordnung - immer zum Nachteil der Diagnosequalität mit 2-D-Röntgen.
  • Wer eine Therapie in komplexer anatomischer Umgebung allein mit 2-D-Röntgen plant, muss sehr oft - in 50 bis 100% der Fälle - umplanen, wenn er die Zusatzinformation des DVT erhält. Anders gesagt:
  • Ohne DVT wird in komplexen Fällen in über 50% nicht der richtige Weg der Therapie gewählt.
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