Präendodontische Aufbauten und/oder Füllungen

Wenn eine undichte Füllung und/oder Karies vorhanden ist, sind vor der Wurzelbehandlung Vorbereitungen notwendig.

  1. Zunächst muss eine Art von „Spundwand“ den Eingang zum Wurzelkanal sicher seitlich abdichten, während die Zugangsöffnung auf der Kaufläche gerade eben so groß bleibt, dass alle Kanäle auf geradlinigem Weg für die Arbeitsschritte zugänglich sind.
  2. Danach kann das Spanngummi einschließlich der Halteklammer sicher angebracht werden und den Zahn gegen die Keime der Mundhöhle und des Speichels abschirmen. Dieser so genannte präendodontische Aufbau ermöglicht die für den Behandlungserfolg ausschlaggebende gründliche desinfizierende Spülung des Kanalsystems und schützt die Patientin und den Patienten vor Kontakt mit den Spüllösungen.

Der Aufbau muss den Kaukräften sicher standhalten. Er darf sich auch nicht lockern, wenn einmal ein Instrument Druck ausübt. Dazu wird eine adhäsive Füllung mit aufwendiger Klebetechnik so stabil am Zahn verankert, dass sie auch nach der Wurzelbehandlung auf Dauer im Zahn verbleiben kann.

Abb. 001
Die Zementierung der Krone 25 hat sich gelöst; im Röntgenbild unsichtbar; Therapie: Erneuerung der Brücke
Abb. 002
Derselbe Zahn 25 nach Abnahme der Krone; Karies ist teilweise rot angefärbt.
Abb. 003
Derselbe Zahn 25: Nach Kariesentfernung ist allein die Wurzel übrig geblieben. Aus den Wurzelkanälen fließt gelblicher Eiter ab.
Abb. 004
Derselbe Zahn 25: Vorbereitung des präendodontischen Aufbaus mit vier kleinenTitanschrauben und Kupferring
Abb. 005
Der präendodontische Aufbau im Rohzustand
Abb. 006
Spanngummi (Kofferdam, in blau) und Dichtungsmittel (weiß glitzernd) umgeben den fertigen präendodontischen Aufbau. Der Zugang zu den Wurzelkanälen und der sichere Abfluss der Spüllösungen ist gewährleistet.
Abb. 007
Röntgenmessaufnahme mit präendodontischem Aufbau (a), Kofferdamklammer (b) und Silberstiften Ø 0,1mm als Röntgenkontrast (c)

Falls als endgültige Versorgung eine Füllung geplant ist, wird dieses Füllmaterial zweckmäßigerweise schon zu Beginn eingesetzt.
So oft es für die Wurzelbehandlung nötig ist, kann der präendodontische Aufbau eröffnet und erneut geschlossen werden. Er kann auch als Basis für ein Langzeitprovisorium dienen.

Mehr dazu siehe unter Sprungmarke „Langzeitprovisorien

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